17. April: Vortrag von Volker Eik

Vortrag mit Volker Eik aus Berlin:

Samstag, 17. April

ab 17:30 Uhr gibt’s Essen von der VefA

Beginn des Vortrags: 19 Uhr

„>The Lord of the Rings< - Wer gewinnt beim Olympischen Winterspiel?"
Die Olympischen Spiele gehören – zusammen mit der Fußballweltmeisterschaft – zu den größten Sport-Events weltweit. Im zweijährigen Wechsel finden die Sommer- und Winter-Olympiaden statt. Für das Jahr 2018 haben sich jetzt die Städte München, Garmisch-Partenkirchen und Königssee um die Ausrichtung der Spiele beworben.
Die Spiele haben sich spätestens seit der Olympiade in Los Angeles im Jahr 1994 von einem Sportfest, das der Völkerverständigung dienen sollte, zu einem kommerziellen Unternehmen entwickelt, an dem große Konzerne wie BMW, adidas oder Coca-Cola riesige Profite einheimsen und das Internationale Olympische Komitee (IOC) durch Sponsoren und Medienkonzerne Millionen von Euro verdient.
Wie die vergangenen Winterspiele in Vancouver 2010 gerade gezeigt haben, sind mit der Bewerbung und Ausrichtung der Spiele zahlreiche negative Konsequenzen für die Bevölkerung verbunden:

  • Häufig bedeutet die Ankunft der ›Olympischen Familie‹ in den so genannten Host Cities der Spiele den Abriss bezahlbaren Wohnraums und die ›Aufwertung‹ von angeblich ›abgestürzten‹ Quartieren, die Vertreibung von Wohnungslosen und Drogenkonsumierenden, den Bau neuer Großprojekte für Wenige und hohe Kosten für Viele – und das schon vor Beginn oder gar vor der Zusage, die Spiele ausrichten zu ›dürfen‹.
  • Im Vorfeld und während der Spiele gehören Straßensperren und Maschinenpistolen, Videokameras und RFID-Chips, Militär zu Lande und zur Luft, massive Aufgebote von Polizei und kommerziellen Sicherheitsdiensten, Zugangsbeschränkungen für die Bewohner_innen und die notorische Werbemaschine der Sponsoren zum sportiven Alltag der Stadt.
  • Weiter ließe sich fragen, ob der zelebrierte Konkurrenzkampf, das permanente ›Höher–schneller–weiter‹ von vorwiegend Soldatinnen und Soldaten während der Winterspiele überhaupt etwas mit dem zu tun hat, was wir unter Sport verstehen wollen – die notorischen Doping-Fälle noch gar nicht eingerechnet.
  • Schließlich ist die Frage, wer macht da was mit wem zu wessen Nutzen? Wer ist das IOC, wer entscheidet, wer verdient, wer verliert? Gab und gibt es Proteste und (erfolgreichen) Widerstand gegen die ›Olympic Industry‹? Was könnte getan werden, um die Bewerbung scheitern zu lassen? Und, wollen wir das?

In dem Vortrag sollen einige dieser Fragen vertiefend angesprochen werden, um besser verstehen zu können, worum es sich bei der angeblichen ›Olympischen Bewegung‹ oder – wie sie das IOC als ›Familienoberhaupt‹ auch bezeichnet – ›Olympischen Familie‹ eigentlich handelt. Mit anderen Worten, es geht darum: Wollen wir die Winter-Olympiade 2018 in Bayern?


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